Oldie-Motorrad-Elektrik
Batterieladung und andere Probleme
Noch ein paar Sätze zum Ladeteil der
Schwunglicht-Magnetanlage für die Batterie. Der Bordakku hatte Anfang
der 50er-Jahre bei kleineren Maschinen nur Standlicht und Horn zu
versorgen und war in Bezug auf die Kapazität dementsprechend klein dimensioniert. Erst später ab Ende der 50er Jahre kamen nacheinander das Bremslicht, die Blinker und als größter Verbraucher der elektrische Anlasser hinzu.
Nachgeladen
wurde die Motorradbatterie in den einfacheren Anlagen nur mit einem geringen, ungeregelten
Ladestrom, der entweder von den Licht-Generatorspulen über eine
Drosselspule (zur Strombegrenzung bei hohen Drehzahlen) entnommen oder mittels einer
kleinen, separaten Ladespule erzeugt wurde. Dieser (kleine) Ladestrom wurde
durch einen Selen-Platten-Einweggleichrichter geschickt bevor er der
Batterie als pulsierender Gleichstrom zugeführt wurde. Dieses
Bauteil ist jedoch sehr empfindlich und, wenn defekt, heute meist nicht mehr neu zu
beschaffen. Muß aber auch nicht, denn es kann sehr leicht auch durch
eine moderne Silizium-Diode (z.B. Typ 1N5401 mit 100V/2,5A) oder noch
besser durch eine Schottky-Diode (etwas teurer aber geringerer Spannungsverlust und dadurch geringere
Verlustleistung, z.B. der Typ 50 SQ 100 mit 100V/5,0 A) ersetzt werden.
Diese modernen Bauteile sind im Vergleich zum Altteil geradezu winzig und
daher leicht am ursprünglichen Platz im Scheinwerfer oder Batteriekasten zu verstecken. Die Funktion und Haltbarkeit ist klar dem Original überlegen. Gut, nicht?
Mehr Sicherheit oder näher am Original?
Wer sich entschlossen hat, aus Gründen der Sicherheit
Bremslicht oder Blinker (oder Zusatzinstrumente) an seinen Oldie nachträglich anzubauen, wird jedoch im heutigen Stadtverkehr bald an die
Leistungsgrenzen des alten Ladestromkreises stoßen, da hierfür
die Nachladung der Batterie auf Dauer normalerweise nicht
ausreichend ist. Aber - nicht gleich verzagen: wenn der Ladestrom mit
einer separaten Spule erzeugt wird, gibt es eine Lösung mit der
Ihr die Ladeleistung verdoppeln könnt, ohne die alte Anlage
gleich komplett umbauen zu müssen. In Bild 3a
seht Ihr, daß die Ladespule meist einseitig auf Masse liegt und mit
dem anderen Anschluß über den Einweggleichrichter mit der
Batterie (+) verbunden ist. Dabei wird die negative Halbwelle der
Wechselspannung "abgeschnitten", geht also für die
Batterieladung verloren. Gelingt es uns, diese Halbwelle ebenfalls zu
nutzen, müßten wir aus dem Schneider sein.
Bild 3a: Batterieladung mit Einweggleichrichter.
Bild 3b: Batterieladung mit Vollweggleichrichter.
Wie läßt sich die Ladeleistung weiter verbessern?
Das geht so: der masseseitige Anschluß der Ladespule
(vgl. Bild 3b) wird gesucht (meist ist das eine Ende des Spulendrahtes
direkt mit dem Spulenkern verschweißt oder über die
Befestigungsschraube geklemmt) und von Masse getrennt. Nun haben wir
zwei potentialfreie Anschlüsse der Spule, die mit den
Wechselstromanschlüssen einer vierpoligen
Vollweg-Gleichrichterbrücke (z.B. Typ B80C2500 mit 80V/2500mA,
gibt's im Elektronik-Fachhandel, z.B. Conrad Elektronik) verbunden werden.
Der mit Minus gekennzeichnete Anschluß der Brücke wird auf
Fahrzeugmasse gelegt, und der Plus-Anschluß mit der Batterie
verbunden - fertig, schon habt Ihr die Ladeleistung verdoppelt. Aber
- um ein Überladen der Batterie mit diesem nach wie vor
ungeregelten Ladestromkreis zu vermeiden, empfehle ich Euch, dieses
"Tuning" aber nur dann vorzunehmen, wenn im langfristigen Mittel auch mehr elektrische Leistung
durch zusätzliche Verbraucher abgenommen wird.
Die hier
geschilderte Lösung habe ich mit zwei nachgerüsteten Blinkern (zwei sog. Ochsenaugen mit 21W-Birnchen) und Bremslicht (18W)
jahrelang an meiner Maschine (Rabeneick GD 175 mit
Fichtel & Sachs Motor und Bosch Magnetzündanlage) im Alltag gefahren, sie funktioniert prima.
Was bisher geschah:Der Wechselstromgenerator für die Beleuchtung, Die Magnet-Zündanlage
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Letzte Aktualisierung - 26.07.2005 - Last Update |
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